Pressemitteilung

Corona-Krise im Tourismus: Übernachtungszahlen im Landkreis Gifhorn brechen 2020 ein

2020 brach der Tourismus weltweit dramatisch ein, auch der Landkreis Gifhorn verzeichnete im vergangenen Jahr ein deutliches Minus bei den Übernachtungszahlen. Laut Daten des Landesamts für Statistiken Niedersachsen (LSN) kamen im Jahr 2020 insgesamt rund 75.000 Übernachtungsgäste in den Landkreis, das sind 45 Prozent weniger als im Vergleich zum Jahr 2019. Die Zahl der Übernachtungen lag mit über 231.894 knapp 35 Prozent unter dem Vorjahresergebnis. Damit liegt der Landkreis ungefähr im niedersächsischen Landesschnitt.

Die Tourismuszahlen für die Stadt Gifhorn verzeichneten 2020 sogar einen noch stärkeren Rückgang. So sanken die Gästeankünfte um über 50 Prozent auf 22.353 und die Gästeübernachtungen um ebenfalls knapp 50 Prozent auf 55.625.

Der Landkreis Gifhorn, der touristisch als "Südheide Gifhorn" vermarktet wird, bot Gästen 2020 durchschnittlich 3.578 Schlafgelegenheiten in 71 Betrieben an. Erhoben werden gewerbliche Betriebe ab zehn Betten und touristische Schlafgelegenheiten auf Campingplätzen. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer stieg deutlich von 2,6 Tagen im Vorjahr auf 3,3 Tage. Übernachtungen in Unterkünften mit weniger als zehn Betten, also beispielsweise Ferienhäuser, Ferienwohnungen und kleinere Pensionen, werden nicht statistisch erfasst. So fällt die tatsächliche Gästezahl im Landkreis höher aus.

"Das Jahr 2020 fing gut an, nach dem Aufwärtstrend der letzten Jahre stiegen die Zahlen auch im Januar und Februar 2020. Dann kam Corona und für private Reisende wurden Beherbergungsverbote erlassen", berichtet Jörn Pache, Geschäftsführer der Südheide Gifhorn GmbH. Der Sommer mit den einhergehenden Lockerungen verlief relativ gut, die Rückgänge im Vergleich zum Vorjahr fielen deutlich geringer aus. Insbesondere Camping, Ferienwohnungen und Ferienhäuser waren gefragt und nahezu ausgebucht. "Sicher haben wir da von der großen Fläche unserer Region profitiert, von den weiten Landschaften und unserer vielfältigen Natur. Die Menschen wollten raus und die Heideflächen, die Seen und Flüsse mit dem Fahrrad oder zu Fuß erkunden", erklärt Pache.

Und wie geht es 2021 weiter? "Das ist schwierig vorherzusagen. Bereits seit November 2020 sind Übernachtungen zu privaten Zwecken untersagt. Wie lange das noch anhalten wird, ist unklar.  Es wird Zeit, dass es eine Perspektive gibt. Da ist die Politik gefordert", meint der Südheide-Geschäftsführer. "Die Beherbergungsbetriebe sind vorbereitet, haben sichere Hygienekonzepte und sind offen für Maßnahmen wie Tests oder Apps zur Kontaktverfolgung", so Pache weiter.

Die Nachfrage nach Urlaub in der Südheide Gifhorn ist zurzeit jedenfalls groß. Jeden Tag gehen Dutzende Anfragen nach Informationsmaterial ein. Insbesondere Radurlaub ist gefragt. Bei Buchungen gibt es allerdings noch Zurückhaltung. "Die Leute warten ab. Dieses Jahr wird es sicherlich viele kurzfristige Buchungen geben. Darauf sind wir vorbereitet", verspricht Jörn Pache.